Das goldene Versteck 

Fundstück des Monats Juli

In dieser Woche starte ich eine neue Rubrik auf meinem Blog: Mein Fundstück des Monats. Zum Ende jedes Monats präsentiere ich euch ab jetzt ein persönliches Lieblingsbild aus meinem Archiv, verbunden mit der Idee und der Geschichte dahinter.

Den Auftakt macht ein Bild, das im Juni 2024 entstand. Es stammt aus einer Zeit, in der ich mich sehr intensiv mit dem Marchfeld beschäftigt habe. Das Foto enstand am Übergang von der Stadt zum Marchfeld mit seiner charakteristischen Agrarlandschaft, die sich bis zur slowakischen Grenze zieht.

Ich bin ein großer Fan von starken Kontrasten und Ambivalenzen. Was ich an diesem Bereich besonders faszinierend finde: Man befindet sich noch in Wien, blickt aber bereits in die unendliche Weite des Marchfelds. Es ist ein Ort, an dem sich Stadt und Land noch begegnen, ein „Acker mit Skyline“ an der Grenze zum urbanen Raum. 

Das goldene Versteck 

Das erste Foto dieser Serie bietet einen starken visuellen Kontrast bei gleichzeitiger extremer Simplizität. Das Bild kommt mit 2 Elementen aus. Es braucht keinen Himmel und keinen Boden. Das Gefühl von Tiefe entsteht durch den stark reduzierten Schärfebereich, der sich durch die große Brennweite ergibt. Auf der Suche nach scharfen Elementen wird das Auge durch die unscharfen Bereiche automatisch zum Kopf des Rehs geleitet. Die Aufnahme kommt mit wenigen Farben aus. Es ist in jeder Hinsicht auf ein Minimum reduziert und das macht für mich einen ganz besonderen Reiz und wie ich finde, die besonders starke Bildwirkung aus. 

Rehbock schaut aufmerksam aus einem dicht gewachsenen, goldenen Getreidefeld hervor
Ein Rehbock blinzelt aufmerksam zwischen den reifenden Ähren eines dichten Getreidefeldes hervor © AlexanderLängauer

Technische Details zur Aufnahme

  • Kamera: Sony Alpha 6600 
  • Objektiv: Sony E 70-350mm F4.5-6.3 G OSS
  • Brennweite: 350mm
  • Belichtungszeit: 1/800 s 
  • Blende: f/6.3 
  • ISO: 320

Gerade im Marchfeld fasziniert mich das Spannungsfeld zwischen intensiver Landwirtschaft und der Resilienz der verbliebenen Wildtiere, die gelernt haben, sich in diesem menschengemachten Raum zurechtzufinden und ihren Platz zu behaupten.

Es war ein wunderschöner, fast magischer Moment als dieser Rehbock im warmen Licht der Morgensonne seinen Kopf aus dem Weizenfeld steckte.

Hinterlasst mir gerne einen Kommentar wenn ihr Anmerkungen zum Bild oder Fragen zur Wildtierfotografie, Technik oder Ausrüstung habt!

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